Kirchensteuer berechnen 2026 – Höhe, Tabelle, sparen
Von Tino Dagba · Stand: Juni 2026 · Zuletzt aktualisiert am 12.06.2026
Wenn du Kirchensteuer berechnen willst, brauchst du nur eine Zahl: deine Lohn- oder Einkommensteuer. Die Kirchensteuer ist nämlich kein eigener Satz auf dein Gehalt, sondern lediglich ein Zuschlag auf die festgesetzte Steuer – 8 % in Bayern und Baden-Württemberg, hingegen 9 % in allen anderen Bundesländern. Den genauen Euro-Betrag spuckt dir unser Kirchensteuer-Rechner 2026 in Sekunden aus. In diesem Ratgeber zeigen wir dir zunächst die Formel, anschließend eine Tabelle nach Bruttogehalt, außerdem alle Spar-Hebel und schließlich, wie der Austritt funktioniert.
Auf einen Blick: Kirchensteuer berechnen ist simpel: Sie ist ein Zuschlag auf deine Lohn- oder Einkommensteuer, nicht auf dein Bruttogehalt. Der Satz beträgt 8 % in Bayern und Baden-Württemberg, 9 % in allen anderen Bundesländern. Kinderfreibeträge senken den Betrag, die Kappung deckelt ihn bei hohem Einkommen, und als Sonderausgabe holst du dir einen Teil über die Steuererklärung zurück.
So wird die Kirchensteuer berechnet: Formel und Satz
Die Grundlage für die Kirchensteuer ist immer die Einkommensteuer beziehungsweise Lohnsteuer – nicht dein Bruttogehalt. Die Formel ist denkbar einfach:
Kirchensteuer = Lohnsteuer × Kirchensteuersatz (8 % oder 9 %)
Ein Beispiel: Beträgt deine festgesetzte Einkommensteuer 10.000 Euro im Jahr, zahlst du beispielsweise in Bayern oder Baden-Württemberg 800 Euro (8 %), in jedem anderen Bundesland dagegen 900 Euro (9 %) Kirchensteuer. Rechtlich beruht das Ganze auf Artikel 140 Grundgesetz und den Kirchensteuergesetzen der Länder; deshalb verwaltet jedes Bundesland seinen Satz selbst.
Wichtig: Wenn du dein Netto im Blick haben willst, lohnt sich der Umweg über den Brutto-Netto-Rechner. Er zieht die Kirchensteuer direkt vom Gehalt ab und zeigt dir, was am Monatsende übrig bleibt.
Kirchensteuer 2026: Höhe nach Bundesland
Beim Satz gibt es nämlich nur zwei Werte. Entscheidend ist außerdem allein, in welchem Bundesland du deinen Wohnsitz hast:
| Kirchensteuersatz | Bundesländer |
|---|---|
| 8 % der Lohn-/Einkommensteuer | Bayern, Baden-Württemberg |
| 9 % der Lohn-/Einkommensteuer | Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen |
Der Satz gilt zudem unabhängig davon, ob du katholisch oder evangelisch bist – beide Kirchen erheben nämlich denselben Prozentsatz. Unterschiede gibt es nur darin, wie die Einnahmen verwaltet und verwendet werden, nicht in der Höhe deiner Abgabe.
Wie viel Kirchensteuer bei 2.000, 4.000 oder 6.000 € brutto?
Die häufigste Frage lautet: Was kostet mich die Kirche bei meinem Gehalt? Weil die Kirchensteuer auf der Lohnsteuer aufsetzt und diese mit dem Einkommen progressiv steigt, wächst folglich auch die Kirchensteuer überproportional. Die folgende Orientierungstabelle gilt für Steuerklasse I, ohne Kinder, bei 9 % Kirchensteuersatz (also außerhalb von Bayern und Baden-Württemberg). Die Werte sind allerdings gerundete Richtwerte – deinen exakten Betrag liefert hingegen der Rechner.
| Brutto/Monat | Lohnsteuer ca./Monat | Kirchensteuer ca./Monat (9 %) | Kirchensteuer ca./Jahr |
|---|---|---|---|
| 2.000 € | ca. 110 € | ca. 10 € | ca. 120 € |
| 3.000 € | ca. 320 € | ca. 29 € | ca. 345 € |
| 4.000 € | ca. 560 € | ca. 50 € | ca. 600 € |
| 5.000 € | ca. 840 € | ca. 76 € | ca. 910 € |
| 6.000 € | ca. 1.150 € | ca. 104 € | ca. 1.245 € |
Du siehst: Bei 2.000 Euro brutto sind es zunächst nur rund 10 Euro im Monat, bei 6.000 Euro dagegen schon über 100 Euro. In Bayern und Baden-Württemberg liegen die Beträge wegen der 8 % entsprechend etwas niedriger. Wenn du Kinder hast, sinkt die Bemessungsgrundlage – mehr dazu im nächsten Abschnitt. Für dein persönliches Szenario mit Steuerklasse, Kindern und Bundesland nutzt du am besten direkt den Kirchensteuer-Rechner.
Kinderfreibeträge senken die Kirchensteuer
Anders als bei der Lohnsteuer werden bei der Kirchensteuer die Kinderfreibeträge immer voll angerechnet – auch wenn du im laufenden Jahr Kindergeld bekommst. Das regelt § 51a Einkommensteuergesetz: Für die Berechnung der Zuschlagsteuern wird die maßgebliche Steuer so ermittelt, als wären der Kinderfreibetrag und der Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung für jedes Kind bereits abgezogen.
Praktisch heißt das: Eltern zahlen folglich spürbar weniger Kirchensteuer als Kinderlose mit gleichem Bruttogehalt, weil die Bemessungsgrundlage durch die Freibeträge kleiner wird. Bei der reinen Lohnsteuer wirkt sich das oft erst in der Steuererklärung aus – bei der Kirchensteuer dagegen bereits beim monatlichen Abzug.
Kappung: So wird die Kirchensteuer bei hohem Einkommen gedeckelt
Bei hohen Einkommen greift ein Schutzmechanismus, die sogenannte Kappung der Progression. Sie begrenzt die Kirchensteuer auf einen festen Prozentsatz deines zu versteuernden Einkommens, statt sie weiter an die Steuer zu koppeln. Der Kappungssatz liegt je nach Bundesland zwischen 2,75 % und 4 %.
Ein Rechenbeispiel: Bei 150.000 Euro zu versteuerndem Einkommen und einer Kappung von 3 % zahlst du höchstens 4.500 Euro Kirchensteuer – selbst wenn die reguläre Rechnung mit 9 % der Einkommensteuer höher ausfallen würde.
Ob die Kappung automatisch greift oder ob du sie beantragen musst, hängt vom Bundesland ab:
- Automatisch berücksichtigt: Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen.
- Auf Antrag beim Finanzamt: Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland.
- Keine Kappung: Bayern.
Wer also in NRW oder Hessen ein hohes Einkommen hat, sollte die Kappung daher aktiv beantragen – andernfalls verschenkt er bares Geld.
Kirchensteuer auf Kapitalerträge und Abgeltungssteuer
Nicht nur dein Gehalt, auch deine Zinsen und Dividenden sind betroffen. Auf Kapitalerträge wird die Kirchensteuer als Zuschlag zur Abgeltungssteuer von 25 % erhoben – ebenfalls mit 8 oder 9 %. Banken und Sparkassen ziehen das automatisch ein: Einmal jährlich (Regelabfrage 1. September bis 31. Oktober) fragen sie beim Bundeszentralamt für Steuern das Kirchensteuerabzugsmerkmal (KiStAM) ab und behalten die Kirchensteuer gleich mit ein.
Willst du das nicht automatisiert, kannst du beim Bundeszentralamt für Steuern einen Sperrvermerk setzen (Antrag bis 30. Juni). Allerdings musst du deine Kapitalerträge dann selbst in der Steuererklärung angeben. Wichtig: Die auf Kapitalerträge gezahlte Kirchensteuer kannst du nicht als Sonderausgabe absetzen. Wie viel Steuer auf deine Erträge insgesamt anfällt, zeigt dir der Kapitalertragsteuer-Rechner.
Besonderes Kirchgeld bei glaubensverschiedener Ehe
Eine Sonderform ist das besondere Kirchgeld. Es betrifft Ehepaare, die zusammen veranlagt werden, wenn nur ein Partner in der Kirche ist – und ausgerechnet der andere, nicht kirchensteuerpflichtige Partner das höhere Einkommen hat. Dann berechnet das Finanzamt das Kirchgeld nach einer Staffel auf Basis des gemeinsamen zu versteuernden Einkommens.
| Gemeinsames zvE (ab 2025) | Kirchgeld pro Jahr |
|---|---|
| bis 50.000 € | 0 € |
| ab 50.000 € | 96 € |
| ab 70.000 € | 276 € |
| ab 95.000 € | 540 € |
| ab 145.000 € | 1.200 € |
| ab 220.000 € | 2.220 € |
| ab 320.000 € | 3.600 € (Höchstbetrag) |
Fällt die reguläre Kirchensteuer höher aus als das Kirchgeld, wird hingegen die reguläre Steuer angesetzt. In Bayern wird dieses besondere Kirchgeld übrigens nicht erhoben. Bei Einzelveranlagung entfällt es ebenfalls.
Kirchensteuer als Sonderausgabe absetzen
Ein Trost: Die gezahlte Kirchensteuer (sowie das besondere Kirchgeld) kannst du in voller Höhe als Sonderausgabe in der Steuererklärung geltend machen. Du trägst sie in der Anlage Sonderausgaben ein – den Betrag findest du auf deiner Lohnsteuerbescheinigung. Dadurch sinkt dein zu versteuerndes Einkommen, und folglich kommt ein Teil der Kirchensteuer über die Steuererstattung zurück.
Ausnahme bleibt die Kirchensteuer auf Kapitalerträge – die ist nicht absetzbar. Wie stark sich die Sonderausgaben auf deine Einkommensteuer auswirken, kannst du mit dem Einkommensteuer-Rechner durchspielen.
Kirchensteuer sparen: Austritt, Verfahren und Gebühren
Der einzige Weg, die Kirchensteuer komplett loszuwerden, ist schließlich der Kirchenaustritt. Diesen erklärst du offiziell beim Standesamt, Amtsgericht oder Notar – je nach Bundesland. Meist fällt eine Gebühr von rund 20 bis 60 Euro an. Die Steuerpflicht endet in der Regel zum Monatsende des Austrittsmonats; für das laufende Jahr wird die Kirchensteuer anteilig noch fällig. Rückwirkend sparen lässt sie sich also nicht.
| Bundesland | Zuständige Stelle | Gebühr ca. |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Standesamt oder Notar | 10–60 € |
| Bayern | Standesamt oder Notar | 25 € |
| Berlin | Amtsgericht oder Notar | 30 € |
| Brandenburg | Amtsgericht oder Notar | gebührenfrei |
| Hamburg | Standesamt oder Notar | 31 € |
| Hessen | Gemeindeverwaltung oder Notar | 30 € |
| Niedersachsen | Standesamt oder Notar | 25 € |
| Nordrhein-Westfalen | Amtsgericht oder Notar | 30 € |
| Schleswig-Holstein | Standesamt oder Notar | 20 € |
Bedenke vor dem Austritt: Damit entfallen außerdem kirchliche Leistungen wie eine kirchliche Trauung oder Taufe. Bewahre deshalb die Austrittsbescheinigung gut auf – sie kann später wichtig werden. Wer nur die Steuerlast drücken will, fährt mit Kappung und Sonderausgabenabzug oft besser als mit einem überstürzten Austritt.
Fazit: Kirchensteuer in zwei Schritten berechnen
Kirchensteuer berechnen ist kein Hexenwerk: Du nimmst deine Lohn- oder Einkommensteuer und multiplizierst sie mit 8 % (Bayern, Baden-Württemberg) oder 9 % (alle anderen). Kinderfreibeträge senken den Betrag, die Kappung deckelt ihn bei hohem Einkommen, und als Sonderausgabe holst du dir einen Teil über die Steuererklärung zurück. Den exakten Euro-Betrag für dein Bundesland, deine Steuerklasse und deine Kinderzahl bekommst du schließlich am schnellsten über unseren Kirchensteuer-Rechner 2026.
Häufige Fragen zur Kirchensteuer
Wie viel Prozent Kirchensteuer zahlt man vom Gehalt?
Die Kirchensteuer beträgt 8 % der Lohnsteuer in Bayern und Baden-Württemberg und 9 % in allen anderen Bundesländern. Sie wird nicht direkt auf das Bruttogehalt erhoben, sondern auf die festgesetzte Lohn- oder Einkommensteuer.
Wie viel Kirchensteuer bei 4.000 € brutto?
Bei 4.000 Euro brutto in Steuerklasse I ohne Kinder fallen außerhalb Bayerns und Baden-Württembergs rund 50 Euro Kirchensteuer im Monat an, also etwa 600 Euro im Jahr. Mit Kindern wird es weniger. Den genauen Wert liefert der Kirchensteuer-Rechner.
Kann ich die Kirchensteuer von der Steuer absetzen?
Ja. Die gezahlte Kirchensteuer ist in voller Höhe als Sonderausgabe absetzbar und senkt dein zu versteuerndes Einkommen. Ausgenommen ist nur die Kirchensteuer auf Kapitalerträge.
Ab wann endet die Kirchensteuer nach dem Austritt?
Nach dem offiziellen Austritt endet die Steuerpflicht in der Regel zum Ende des Austrittsmonats. Für das laufende Jahr wird die Kirchensteuer anteilig noch fällig; rückwirkend lässt sie sich nicht erstatten.